Santiponce Itálica

Das Kulturerbe

Ein riesiges Vermächtnis, das es zu entdecken gilt

Die künstlichen chalkolithischen Höhlen - El Negrón

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Diese Nekropole ist eines der wenigen Zeugnisse für Bestattungen in einer vom Menschen geschaffenen Höhle aus der Kupferzeit, dem Chalkolithikum, denn zu dieser Zeit wurden üblicherweise Dolmen errichtet. Weitere ähnliche Gräber wurden in der unmittelbaren Umgebung von Lora de Estepa, Pedrera oder Alameda entdeckt. Ferner gibt es einige in der Nähe von Lissabon, jedoch nur sehr wenige. Diese Bestattungsorte werden meist aus lehmigem, fast kalkhaltigem Boden ausgegraben.

Die 1985 zufällig entdeckte künstliche Höhle besteht aus einer zentralen Gewölbekammer, vier zu dieser Kammer hin offenen Nischen und einem mit Stufen versehenen Zugangskorridor. Die Anlage wurde zu Bestattungszwecken in den Boden gegraben und aus dem Stein gehauen. Neben der wiederhergestellten Höhle gibt es zwei weitere Höhlen in schlechterem Zustand. Nach der Befreiung vom Pflanzenbewuchs wurden sie versiegelt und geschützt, um Verfall und mutwilliger Beschädigung vorzubeugen.

An der Fundstätte wurden in der Umgebung nicht vorkommen Materialarten gefunden, z. B. Elfenbein, Metalle oder Muscheln. Das lässt auf Bewohner mit einer komplexen Wirtschaft schließen, die möglicherweise mit der Nutzung von Steinvorkommen oder Steinbrüchen nicht nur für Wohn- sondern auch für Handelszwecke in Verbindung gestanden haben könnte. 

Die Nekropole wurde 1985 ausgegraben. Im gleichen Jahr wurden die Fundstücke in das Museum der Hauptstadt Sevilla gebracht. 30 Jahre später kehrten sie nach der entsprechenden Restaurierung nach Gilena zurück und sind in der neuen Sammlung des Gilena-Museums, in einer Zusammenstellung im sogenannten „Todessaal“, ausgestellt. 

Das Standortmuseum ist um die 4.500 Jahre alte, aus der Kupferzeit stammende Nekropolenanlage entstanden. Überraschend ist der Eingang zur sogenannten „Künstlichen antonianischen Höhle“. Hier sind die prächtigen Grabbeigaben zu sehen - sie gehören zu den besterhaltenen Europas.  

Die Bedeutung der Stätte und ihre enorme wissenschaftliche Relevanz ermöglichten die Wiederherstellung einer sehenswerten Anlage. Es handelt sich um die monumentalste und besterhaltene, von Menschen geschaffene kupfersteinzeitliche Höhle in Europa. Darüber hinaus stellt sie eine Ergänzung zum Besuch der Museumssammlung dar, da in der Dauerausstellung der komplette Bestand gezeigt wird.

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Dienstag bis Sonntag von 10 bis 14 Uhr und von 17 bis 19 Uhr

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