Santiponce Itálica

Das Kulturerbe

Ein riesiges Vermächtnis, das es zu entdecken gilt

Die Einsiedlerkapelle Nuestra Señora de la Encarnación

652
0

In den Ausläufern der Sierra Morena, in der Nähe des Torres-Baches, der natürlichen Grenzen zwischen Gerena und Guillena, wurde in einer jener Steinhöhlen das Bildnis von Nuestra Señora de la Encarnación zufällig gefunden. Ein Reiter in der Gegend wurde von seinem Pferd, das er erschreckt hatte, hierhergeführt, nachdem sich alle Bemühungen es zu bändigen, als vergeblich herausgestellt hatten.
Das durchgehende Pferd jagte mit hoher Geschwindigkeit durch das Gebirge, ohne den Reiter abwerfen zu können, der sich mit großer Mühe festhielt. Das Pferd war durch den schnellen Lauf bereits geblendet und der Reiter fürchtete, dass das Tier in einen Abgrund stürzen würde, dessen bloßer Anblick ihn erschreckte.

Sein verhängnisvolles Schicksal, in die Tiefe zu stürzen, schien unvermeidlich. Aber - oh Wunder! Am äußersten Rand der Anhöhe, im entscheidenden Moment der höchsten Gefahr, ruft er die Heilige Jungfrau der Menschwerdung an und im selben Augenblick schwinden dem Pferd die Kräfte und es bleibt am Rande des Abgrunds stehen - mit dem Huf auf einem Stein, auf dem der Abdruck des Hufeisens verbleibt. Er ist auch heute noch deutlich zu erkennen. Als der Reiter absteigt, entdeckt er, dass das heilige Bild der Jungfrau darunter verborgen ist. Er betet sie an, dankt ihr, läuft schnell, um davon zu berichten und verbreitet die frohe Nachricht in Windeseile in den umliegenden Dörfern. 

Da das wundertätige Bildnis jedoch in Guillena gefunden worden war, zu dem bereits der gegenüberliegende Teil des Baches gehörte, wurde es sofort in die dortige Pfarrkirche gebracht. Es dauerte aber nicht lange bis für die Heilige Frau, um die Erinnerung an eine so einzigartige und außergewöhnliche Wohltat zu verewigen, in der Nähe des Ortes ihrer Erscheinung von den Bewohnern Gerenas eine Einsiedelei errichtet wurde. Sie steht genau auf der Anhöhe, auf der die Heilige erschienen war, in den Ausläufern des Gebirgszuges. Die Kapelle erhebt sich über der weiten Ebene mit dem Grün und der Frische der Auen am Bach, die ihm ein wohltuendes Aussehen verleihen, inmitten eines trockenen und dürren Feldes während der Jahreszeit der großen Hitze. Von hier aus lassen sich viele Dörfer und Weiler erkennen, man sieht Sevilla und sogar die Berge von Morón mit all ihren Gebirgszügen. Ein lebendigerer und malerischerer Ort ist kaum vorstellbar.

0 kommentare

Neuer Kommentar

Die Kommentare werden geprüft. Es kann deshalb eine Weile dauern bis zu ihrem Erscheinen. Texte mit beleidigenden Formulierungen werden nicht veröffentlicht.