Santiponce Itálica

Das Kulturerbe

Ein riesiges Vermächtnis, das es zu entdecken gilt

Turm von Don Fadrique

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Der auch „Torre Mocha“ genannte Turm ist das wichtigste Wahrzeichen von Albaida del Aljarafe und ein Zeuge der bedeutendsten Ereignisse der Geschichte des Ortes, wie die gerichtliche Inbesitznahme des Gemeindegebiets, als der Ort 1578 an den Grafen von Olivares verkauft wurde.

Während der Herrschaft der Katholischen Könige und nachdem die Bedrohung, die von den Mauren ausging, nicht mehr so groß war, begann man, einen Großteil der Infrastruktur, die den Adligen zur Verteidigung diente, zu reduzieren, um diesen Adel besser kontrollieren zu können. Deswegen wurde ein Großteil dieser Wachtürme im Landkreis verkleinert, weswegen sie im Volksmund „Torres mochas“ (amputierte Türme) heißen.

Der Turm, der zur Verteidigung und zu militärischen Zwecken diente, wurde strategisch so erbaut, dass man auch unter Nutzung der anderen Türme der Region das Tal Valle del Guadiamar gut kontrollieren konnte. Deswegen geht man davon aus, dass er sogar aus der Zeit vor den Mauren stammt, denn durch diese Gegend verlief die Römerstraße, welche Onuba (Huelva) mit Italica und Hispalis (Sevilla) verband.

Der Turm hat eine rechteckige Grundfläche von 10,15 x 8,30 Metern und steht auf einem Podest oder Sockel, der 2,40 Meter hoch ist 0,50 Meter an den Seiten herausragt. Er wurde aus dem Beton jener Zeit erbaut und an den Ecken und am Eingang wurden Quadersteine verwendet. Die Mauern sind 1,65 Meter dick und von innen mit Ziegelsteinen ausgekleidet, es gibt eine Rampe, Kreuzgewölbe und Bögen.

Der Turm in Albaida del Aljarafe könnte bei der Verteidigung in dieser Region einer der wichtigsten Türme gewesen sein, da er am höchsten liegt und man von ihm aus als erstes eine mögliche Bedrohung ausmachen und dann die anderen Türme mit Flaggenzeichen, Feuer, Rauch etc. informieren kann. Deswegen ließ der Königssohn Don Fadrique ihn wieder aufbauen, nachdem Albaida 1253 durch die christlichen Truppen zurückerobert worden war. Das geht aus der Inschrift hervor, die man am Eingang findet.

Er wurde am 25. Juni 1985 zu einem geschützten Kulturgut erklärt.

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