Pinares de Doñana

Naturräume

Mehr als dreihundert Landschaften und Naturschutzgebiete

Flussarm Brazo de la Torre. Marschland von Entremuros

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Der Brazo de la Torre ist einer der ehemaligen drei großen Flussarme des Guadalquivir, die nach der Trockenlegung des Ligustino-Sees zur Zeit des Römischen Reiches das gesamte Mündungsgebiet bildeten. Dieser Flussarm, der auch Brazo del Noroeste (dt.: Nordwestlicher Flussarm) genannt wird, verlief neben den anderen Hauptarmen Brazo del Este und Brazo de Enmedio, letzterer ist der aktuelle und einzige Wasserlauf des Flusses, nachdem acht aufeinanderfolgende Kanalisierungen den ehemalig sehr geschlängelten und verzweigten Strom begradigten und verkürzten. Seitdem der Brazo de la Torre 1816 durch den Kanal Fernandina vom Guadalquivir abgetrennt wurde, erhält er nur noch die Gewässer des Flusses Guadimar.

Der Fluss Guadimar ist der einzige Nebenfluss rechts der Ufer des Guadalquivirs, mündet jedoch nicht in diesen, sondern in den Brazo de la Torre über den Abflusskanal des Guadimar, in einem Gebiet, das Entremuros oder Entremuros del Guadiamar genannt wird. Entremuros ist ein 13 km langer und 1 km breiter Marschland-Streifen, der sich zwischen zwei Erddeichen erstreckt, die in den 50er-Jahren zur Umleitung des Flusses Guadimar aufgeschüttet wurden, um die umliegenden Felder vor Überschwemmungen zu bewahren.

Aufgrund der unternommenen Flussumleitungen hat sich der Brazo de la Torre in einen sehr seichten und trockenen Strom verwandelt, obwohl er das ganze Jahr über Wasser führt und somit ein wichtiges Feuchtgebiet für die in Doñana lebenden Vogelarten ist, die hier übersiedeln, wenn das Wasser im Sommer knapp wird. Die Vegetation rund um den Brazo de la Torre ist sehr vielseitig. 

Das Marschland von Entremuros gehört gleichermaßen Isla Mayor und Aznalcázar an, da sich die Grenze zwischen diesen Gemeinden direkt durch die Mitte des Gebiets zieht. Der Flussabschnitt des Brazo de la Torre, der durch Entemuros verläuft, gehört dem Naturschutzgebiet Doñana an, sein südlicher Abschnitt liegt jedoch außerhalb des Gebiets. Der Unterlauf des Brazo de la Torre fließt durch die Gemeinde La Puebla del Río und mündet auf dem Landgut Veta la Palma wieder in den Hauptfluss Guadalquivir. Dieser letzte Abschnitt des Brazo de la Torre formt große Mäander, die von den Einwohnern „vueltas“ genannt werden. Besonders groß sind die Mäander von Matochal und Rodeo. Dieser Flussarm führt einen sehr seichten und spärlichen Strom, der größtenteils nicht mehr dem Einfluss der Gezeiten ausgesetzt ist, mit Ausnahme seiner letzten 5 km, zwischen dem Mäander Matochal in der Gemeinde La Puebla del Río und seiner Einmündung in den Guadalquivir. 

Kategorie
Sonstige
Pflanzenwelt

Die Gegend ist in den trockenen Bereichen mit typischer Sumpfvegetation wie Röhricht und Schilfpflanzen bewachsen, und an den Ufern und Stränden des Marschlands Pflanzen, die auf salzhaltigen Böden gedeihen. 

Tierwelt

Dieses Gebiet zeichnet sich durch eine außerordentliche Vogelvielfalt aus; da es das ganze Jahr über Wasser trägt, dient es unzähligen Arten, die nach Doñana migrieren als Durchzugs-, Nist- und Überwinterungsort. Unter ihnen sind der Purpurreiher und das Purpurhuhn zu erwähnen, die hier die größten Bestände ihrer Art in Europa bilden.

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